Trauma: Das passiert immer mehr Schwangeren im Kreißsaal

Nicht immer sind Helfer auch am Helfen interessiert

Trauma: Das passiert immer mehr Schwangeren im Kreißsaal

Es klingt wie die größte Verschwörungstheorie überhaupt, ist aber die traurige Realität: Im Moment der größten Hilfsbedürftigkeit erfahren Schwangere von vermeintlichen Helfern oft keine Fürsorge, sondern schmerzhafte und traumatische Übergriffe.

Das hat nun die Soziologin Christina Mundlos in ihrem Buch „Gewalt unter der Geburt – Der alltägliche Skandal" anhand von Erfahrungsberichten von Müttern, Vätern und Hebammen nachgewiesen. Das Bild, das gezeichnet wird ist grausam und schockierend – aber echt!

Trauma: Das passiert immer mehr Schwangeren im Kreißsaal

Für ihren Bericht traf sich Christina Mundlos mit Frauen, die von unnötigen Dammschnitten, überstürzten Kaiserschnitten und brutalen Untersuchungen erzählten – traumatischen Eingriffen, die so nicht hätten stattfinden dürfen. Aber neben zweifelhaften und schmerzvollen Praktiken kommt auch immer wieder das demütigende, herablassende Verhalten des Personals zur Sprache: Ein rauer Umgangston à la "Stell dich nicht so an!" und der Unwille, bestimmte Eingriffe zu erklären, hinterlassen einen bitteren Nachgeschmack bei Betroffenen. 

Und: Das alles sind keine Einzelfälle! Doch wieso ist das Thema dann ein solches Tabu?

Trauma: Das passiert immer mehr Schwangeren im Kreißsaal

Viele Frauen, so Mundlos, gehen davon aus, dass eine solche Behandlung normal sei und deshalb automatisch nicht zu ändern. Doch gerade deshalb ist es so wichtig, dass Betroffene ihre Stimme erheben und solche Erfahrungen nicht einfach abtun und bei der nächsten Geburt einfach die Klink wechseln! Denn es gibt sie eben auch, die Kliniken, in denen Frauen liebevoll und fürsorglich behandelt werden – Kliniken, die das Wohl des Menschen in den Vordergrund rücken und damit über finanzielle und organisatorische Interessen stellen.

Daher sollten sich werdende Eltern schon im Voraus über den Ablauf des Geburtsvorgangs informieren, um bei der Geburt souverän auftreten und Entscheidungen hinterfragen zu können.