Werden Tampons endlich günstiger?

"Die Periode ist kein Luxus"

Tampons in der Hand einer jungen Frau.
Quelle: imago images / fStop Images

Bisher zahlt man in Deutschland 19% Mehrwertsteuer auf Produkte zur Monatshygiene wie zum Beispiel Tampons, Binden und Co.. Eine Rechnung zeigt, dass eine Packung mit 64 normalgroßen Tampons ungefähr 4,45 kostet, grob gerechnet, braucht eine Frau in ihrem Leben etwa 10.000 Tampons das sind in etwa 700€. Wenn man so viele Tampons braucht, wieso zahlt man dann auch noch so hohe Steuern? 

Viele andere Produkte werden deutlich geringer besteuert, woran liegt das? Was ist die Erklärung dafür? 

Frauen weltweit setzen sich gegen die Luxussteuer ein und konnten viel bewirken! Nun auch in Deutschland? 

Diese Frau stellt Tampons oder Binden zur Verfügung.
Quelle: imago images / Science Photo Library

Kein Luxusgut

In Deutschland werden wichtige Güter aus dem alltäglichen Bedarf und Lebensmittel nur mit 7% besteuert. Gewöhnliche Hygieneartikel allerdings (wie vieles weitere) mit 19%. Auch Tampons, Binden und Co. gelten laut Recht als Luxusgut und werden somit zusätzlich mit der "Luxussteuer" von den 19% verkauft. 

Über 180.000 Menschen unterschrieben online eine Petition mit dem hierzu passenden Titel "Die Periode ist kein Luxus"! Viele Stimmen werden laut, dass Frauen nicht mehr Geld bekommen, um diese Artikel zu bezahlen oder an den Tagen zuhause bleiben können, um sie vielleicht nicht zu benötigen. 

In Ländern wie Australien, Kenia, Indien und Kanada wurde die Steuer auf diese Hygiene-Produkte sogar ganz abgeschafft! Und auch deutsche Frauen dürfen endlich hoffen...

Zu sehen ist eine Frau, die anscheinend an Menstruationsbeschwerden leidet.
Quelle: imago images / PhotoAlto

Gesetzesänderung

Ab 1.1.2020 soll die Mehrwertsteuer, oder auch Umsatzsteuer genannt, auf die notwendigen Produkte für die Menstruation gesenkt werden! Nachdem die Petition und viele weitere Aufrufe einen großen medialen Wirbel bewirkt haben und viele andere Ländern wichtige Schritte hierfür gegangen sind, soll auch in Deutschland etwas passieren. 
Allerdings wird auch einige Kritik laut, dass das System der Mehrwertsteuer so durcheinander geraten sei, dass man erstmal alles beleuchten und neu aufsetzen solle, bevor man weitere Ausnahmen hinzufügt. 

Doch es kann ja auch keine Lösung sein, dieses Thema deshalb aufzuschieben, denn zum Beispiel stehen im Hartz-IV Satz Frauen und Männern 16,11€ für Hygieneartikel zur Verfügung und alleine das kann wohl bei dem Steuersatz für Menstruations-Produkte nicht ausgeglichen sein.