Wahr oder falsch? Die 7 größten Schwangerschaftsmythen

Kannst du anhand der Bauchform das Geschlecht deines Kindes erahnen?

Eine schwangere Frau hält sich ihren Babybauch
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Im Kopf einer Schwangeren kursieren in den neun langen Monaten vor der Geburt neben ausgeprägten Glücksgefühlen, auch zahlreiche Fragen, Zweifel und Unsicherheiten. Tausend Stimmen erklären einem plötzlich Dinge, die weitere tausend wiederum verneinen und stattdessen besseren Rat wissen. Kurzum: Es gibt so viele Meinungen, Vermutungen und Halbwahrheiten, dass letztendlich vor allem eines gestiftet wird. Verwirrung.

Um ein wenig Licht ins Dunkel zu bringen, haben wir im Folgenden einige der gängigsten Mythen und Weisheiten zum Thema Schwangerschaft zusammengetragen und etwas genauer unter die Lupe genommen. Egal, ob du gerade schwanger bist oder (noch) nicht: Teste dein Wissen und sieh nach, welchem Irrtum du bisher vielleicht unterlagst!

Eine Frau mit Schwangerschafts-Übelkeit
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#1: Dir ist ständig übel? Dann wird es sicherlich ein Mädchen!

Nein! Ob du während deiner Schwangerschaft unter verstärkter Übelkeit leidest, ist weniger vom Geschlecht des Babys, als von der individuellen Frau abhängig. Es gibt Frauen, denen gerade zu Beginn der Schwangerschaft ständig übel ist und die am Ende doch einen Jungen bekommen. Wieder andere sind überhaupt nicht von Übelkeit geplagt und erwarten ein Mädchen. Zwar stimmt es, dass bei Frauen, die ein Mädchen bekommen, ein noch höherer HCG-Spiegel zu beobachten ist und Übelkeit und Erbrechen eine körperliche Reaktion auf das Hormon sein können, doch das allein macht die altbekannte Morgenübelkeit noch lange nicht zu einem verlässlichen Indikator. 

Ein Mann und seine schwangere Frau
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#2: Der Bauch liegt tief? Dann muss es ein Junge sein!

Nein! Es heißt oftmals, ein spitzer, tief liegender Bauch spräche für einen Jungen, während ein besonders rundes und breites Schwangerschaftsbäuchlein auf ein Mädchen hindeute. Dieses Märchen hält sich zwar hartnäckig, doch sagt nur wenig über das tatsächliche Geschlecht des Kindes aus, welches letztendlich nur dein Arzt und, dann mit 100-prozentiger Sicherheit, der Tag der Geburt ans Licht bringen können. So lange ist das Mutmaßen anhand von Ammenmärchen aber natürlich erlaubt – wenn auch mit nur sehr geringer Trefferquote. 

Ähnlich verhält es sich mit dem folgenden Mythos:

Eine schwangere Frau mit ihrer Familie
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#3: Wer in der Schwangerschaft Sodbrennen hat, bekommt ein Kind mit besonders stattlicher Haarpracht

Nein! Wie soll das denn funktionieren? Indem die Haare deines Babys deinen Magen kitzeln? Durch die Gebärmutter hindurch? Du merkst es wahrscheinlich selbst: Das kann nicht ganz hinkommen (um nicht zu sagen, überhaupt nicht). Stattdessen sind spezielle muskelentspannende Hormone schuld, die den Magenschließmuskel öffnen und das unangenehme Phänomen hervorrufen. Auch wenn uns die Theorie mit den kitzelnden Härchen ehrlich gesagt ein bisschen besser gefällt – wahr ist sie definitiv nicht! 

Eine schwangere Frau isst, entsprechend des Mythos, Essiggurken
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#4: Alle schwangeren Frauen lieben Essiggurken mit Nutella

Nein! Ganz bestimmt gibt es Frauen, die in ihrer Schwangerschaft Essiggurken mit Nutella verspeisen – irgendwo muss der Mythos schließlich herkommen – doch nicht alle Schwangeren verspüren den Hunger nach eben dieser Kombination. So sind auch ganz andere Geschmacksverirrungen zu beobachten, was jedoch von Frau zu Frau verschieden ist. Und das ist auch gut so, schließlich fordert der Körper durch diese Gelüste bestimmte Nährstoffe ein, die wiederum unterschiedlich ausfallen. Egal also, ob Essiggurke mit Nutella oder Käse mit Marmelade: Greif zu!

Eine schwangere Frau steht vor dem Spiegel und betrachtet ihren Bauch
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#5: Ein Mädchen raubt Schwangeren die Schönheit, während ein Junge sie erstrahlen lässt

Nein! Dieser Schwangerschaftsmythos hält sich nun schon seit Jahrhunderten, doch auch hier ist Vorsicht geboten. Glanzloses Haar und fettige Haut, die zu Pickeln neigt, sind schließlich vom jeweiligen Hormonspiegel und nicht etwa vom Geschlecht deines Kindes abhängig. Zwar produziert der männliche Fötus ab einem bestimmten Zeitpunkt der Schwangerschaft das Hormon Testosteron, was wiederum deine Haut und Haare beeinflussen kann, doch auch hier weichen die individuellen Erfahrungen ab. So oder so: Jede Schwangere ist wunderschön, egal ob mit Pickeln oder ohne. 

Eine schwangere Frau, die laut Mythos für zwei essen müsste.
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#6: Schwangere Frauen essen für zwei

NeinLeider müssen wir dich an dieser Stelle enttäuschen. Tatsächlich müssen Schwangere nämlich nicht bei jeder Mahlzeit die doppelte Portionsgröße in sich hineinschaufeln – schön wär's! Stattdessen solltest du einen Kalorienüberschuss von rund 200 bis 250 Kilokalorien pro Tag anvisieren und generell auf eine gesunde und ausgewogene Ernährung achten, damit du alle wichtigen Vitamine und Mineralstoffe zu dir nimmst. Heißhungerattacken sind ab und an aber natürlich trotzdem erlaubt … stell schon mal die Essiggurken und das Nutella bereit. Oder alles andere, wonach es dir gelüstet.

Ein Paar mit einer schwangeren Frau liegt sich im Arm
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#7: Geschlechtsverkehr schadet dem Baby

Nein! In einer normal verlaufenden Schwangerschaft ist es nicht verboten, mit dem Partner zu schlafen. Durch die Gebärmutter und das Fruchtwasser ist das Kind gut geschützt und nimmt keinen Schaden, wenn es mal zur Sache geht. Vorsicht ist nur geboten, wenn es sich um eine Risikoschwangerschaft handelt, Blutungen oder Infektionen auftreten, vorzeitige Wehen beobachtet werden, etc.! In diesem Fall empfiehlt es sich, den Frauenarzt zu Rate zu ziehen. Ansonsten darfst du deine Lust frei ausleben – solange dir danach ist! Schließlich hat nicht jede Frau aufgrund der hormonellen wie körperlichen Veränderungen während der Schwangerschaft das Bedürfnis nach Geschlechtsverkehr.