5 häufige Ursachen für eine Eileiterschwangerschaft

Dann gilt es schnell zu handlen

Eine Frau sieht auf einem Schwangerschaftstest, dass sie schwanger ist und fürchtet eine Eileiterschwangerschaft
Quelle: imago images / Westend61

Eileiterschwangerschaften sind selten, aber gefährlich: In ein bis zwei Prozent aller Schwangerschaften nistet sich die befruchtete Eizelle nicht in der Gebärmutter, sondern in einem Eileiter ein. Die Schwangere merkt das erst durch starke Schmerzen im Unterleib.

Bei einer Eileiterschwangerschaft ist es nicht möglich, dass der Embryo sich entwickelt und gesund geboren wird, weil er zu wenig Raum hat, um zu wachsen. In dem Moment, in dem er sich in den Eileiter einnistet, gefährdet er auch das Leben der Schwangeren. Eine unbehandelte Eileiterschwangerschaft kann den Eileiter sprengen und zu tödlichen, inneren Blutungen führen.

Es gibt fünf häufige Ursachen für eine Eileiterschwangerschaft:

Eine Frau im höheren Alter wünscht sich ein Kind
Quelle: imago images / Lars Berg

1. Nebenwirkung einer künstlichen Befruchtung

Die Zahl der Eileiterschwangerschaften ist in den letzten Jahren in der westlichen Welt gestiegen. Das liegt unter anderem daran, dass die meisten Frauen zum einen später Kinder bekommen, aber auch daran, dass die Verwendung von künstlichen Befruchtungen oder auch einer Hormonstimulation gestiegen sind.

Daher sollten insbesondere Frauen, die spät oder durch künstliche Befruchtung schwanger geworden sind, bei Schmerzen sofort beim Gynäkologen einen Ultraschall erbitten. Dieser kann abklären, ob es sich wirklich um eine Eileiterschwangerschaft handelt.

Eine Frau liegt mit Schmerzen im Bett und hat eine Eileiterschwangerschaft
Quelle: imago images / Panthermedia

2. Störung der Eileiterfunktion

Sowohl die Form als auch die Aktivität des Eileiters können den Weg der Eizelle zur Gebärmutter verhindern. Bei manchen Schwangeren liegt eine angeborene Verengung im Organ vor, aber auch OPs im Bauchraum können die Anatomie und Form des Eileiters verändern. Bei einigen Frauen kann auch die Bewegungsfähigkeit oder Motilität der Eileiterwände eingeschränkt sein, wodurch die Eizelle nicht richtig weitertransportiert wird. Dadurch kommt die Eizelle nie in der Gebärmutter an und bleibt im Eileiter stecken.

Wenn du weißt, dass du eine besondere Anatomie hast, solltest du deinen Gynäkologen gleich auf die Möglichkeit einer Eileiterschwangerschaft hinweisen.

Ein Gynäkologe erklärt einer Patientin die Gefahren von STD für den Eileiter
Quelle: imago images / Science Photo Library

3. Entzündung der Eileiter oder des Bauchraums

Bei einer Infektion und anderen Entzündungen im Eileiter oder Bauchraum schwillt das umliegende Gewebe an, auch im Unterleib. Vor allem die Geschlechtskrankheit Chlamydien führt zu einer Verengung und Verwachsung der Eileiter und kann deshalb langfristig unfruchtbar machen. Deshalb solltest du dich regelmäßig nach Geschlechtsverkehr auf etwaige Krankheiten untersuchen lassen, da auch Kondome nicht immer davor schützen.

Auch Endometriose oder Tuberkulose können den Eileiter verändern. HPV steht dagegen in keinem Zusammenhang mit extrauterinen Schwangerschaften.

Eine Frau wird nach einer Fehgeburt mit einem Ultraschall untersucht
Quelle: imago images / Westend61

4. Vorausgegangene Schwangerschaftsabbrüche

Ein Schwangerschaftsabbruch kann in manchen Fällen zu einer Infektion oder Verletzung des Unterleibs führen. Dadurch kann das Gewebe vernarben oder verwachsen und auch die Funktion des Eileiters kann eingeschränkt werden. Vor allem, wenn du bereits eine Schwangerschaft in einem der beiden Eileiter hattest, ist das Risiko bei einer erneuten Befruchtung auf beiden Seiten erhöht.

Auch nach Fehlgeburten ist die Wahrscheinlichkeit extrem erhöht. Es ist deshalb besonders wichtig, nach solchen Fällen die Nachsorge von Ärzten gut vollziehen zu lassen und die nächste Schwangerschaft genau zu beobachten.

Die Hormonspirale kann ebenfalls das Risiko erhöhen, eine Eileiterschwangerschaft zu bekommen
Quelle: imago images / imagebroker

5. Bestimmte Verhütungsmethoden

Wenn du mit einer Spirale verhüten, erhöht sich das Risiko für eine Eileiterschwangerschaft erneut leicht. Etwa fünf Prozent aller Schwangerschaften, die trotz einer Spirale passieren, liegen außerhalb des Uterus. Aber die Wahrscheinlichkeit, überhaupt mit einer Kupferspirale schwanger zu werden, liegt bei unter 1 Prozent, bei Hormonspiralen und Kupferketten ist es noch weniger.

Deshalb nicht vergessen: Auch, wenn die Gefahr einer Eileiterschwangerschaft (oder auch einer Bauchhöhlenschwangerschaft) gestiegen ist, besteht nach wie vor nur ein kleines Risiko, dass sich der Embryo dort einnistet.