Leidest du unter Endometriose? Daran erkennst du es:

Häufig wird die Erkrankung fälschlicherweise nicht erkannt

Man erkennt eine Frau die unter Menstruationsschmerzen leidet und eventuell an Endometriose erkrankt ist
Quelle: Imago images / Westend61

Die meisten von uns merken es, wenn die monatliche Regelblutung wieder mal einsetzt. Müdigkeit, unreine Haut und Menstruationsbeschwerden sind die Folge. Einige Frauen leiden aber deutlich unter mehr Schmerzen und müssen teilweise sogar ihren Alltag massiv einschränken. Häufig werden die Symptome von Ärzten als ,,normal" eingestuft. ,,Das gehört eben dazu", heißt es oft. In vielen Fällen, die meist nicht erkannt werden, handelt es sich allerdings um ,,Endometriose", eine Erkrankung, die nicht nur starke Unterleibsschmerzen, sondern noch andere ernst zunehmende Beschwerden mit sich bringt. 

Um was es sich bei der Endometriose genau handelt und ob du möglicherweise auch betroffen sein könntest, siehst du im Folgenden!

Man sieht eine Frau die sich vor Schmerzen krümmt, da sie vermutlich Entzündungen außerhalb der Gebärmutterhöhle hat und an Endometriose leidet
Quelle: Imago images / Laurence Mouton

Was ist Endometriose?

Bei einer Endometriose handelt es sich um eine gutartige Erkrankung, bei der sich Zellen der Gebärmutterschleimhaut außerhalb der Gebärmutterhöhle ansiedeln.  Die Zellinseln bezeichnet man als Endometriose-Herde. Sie werden im Rahmen des Menstruationszyklus aufgebaut und wieder abgestoßen. Der Körper schaffte es allerdings nicht, die Zellreste vollständig wieder auszuscheiden. Die Gewebereste und das Blut der Endometriose-Herde lösen dann Entzündungen, Verklebungen oder Verwachsungen aus, die starke Schmerzen verursachen. Darüberhinaus können sogenannte ,,Schokoladenzysten" entstehen, die z.B. an den Eierstöcken auftreten. 

Doch wie äußert sich die Krankheit?

Auf dem Bild ist ein Pärchen das nicht miteinander schlafen kann, weil sie Schmerzen beim Geschlechtsverkehr verspürt
Quelle: Imago images / Frédéric Cirou

Die Symptome

Starke Regelschmerzen

Die meisten Frauen, die an Endometriose leiden, verspüren meist kurz vor und während der Periode starke Schmerzen und Krämpfe. Die können sogar so heftig sein, dass sie nur unter starken Schmerzmitteln ihrem Alltag nachgehen können. Auch unabhängig von der Regelblutung können Schmerzen an verschiedenen Stellen im Unterleib auftreten. Darüber hinaus können die Endometriose-Herde Entzündungsstoffe freisetzen, die das Gewebe zusätzlich reizen.

Schmerzen beim Geschlechtsverkehr

Ein weiteres, häufiges Symptom sind Schmerzen beim Geschlechtsverkehr. Betroffene Frauen beschreiben das Gefühl oft als brennend und krampfartig. Das kann sogar dazu führen, dass Frauen völlig darauf verzichten müssen mit ihrem Partner zu schlafen. Dies kann für eine Partnerschaft meist zur Belastungsprobe werden.

Schmerzen beim Wasserlassen oder Stuhlgang

Etwas seltener kommt es vor, dass Patienten Schmerzen beim Wasserlassen oder Stuhlgang verspüren. Sie werden durch Endometriose-Herde in der Blase, bzw. im Darm hervorgerufen.

Aber es gibt leider noch weitere Symptome...

Man sieht eine Frau, die sehr müde und erschöpft ist, weil sie vielleicht an Endometriose leidet
Quelle: Imago images / Antonio Guillem

Müdigkeit und Erschöpfung

Wenn du dich häufig müde und erschöpft fühlst, dann kann auch dies ein übliches Symptom der Krankheit sein. Dies ist für viele Frauen auf Dauer sehr belastend. 

Psychische Belastung

Betroffene Frauen haben nicht nur physische Schmerzen, sondern sehen sich häufig auch mit psychischen Problemen konfrontiert. Wenn die Krankheit zum Mittelpunkt des Lebens wird und unzählige Arztbesuche nötig sind, um die Endometriose überhaupt erst zu identifizieren, wird das für die Frau zur fast unerträglichen Belastungsprobe.

Die Krankheit kann aber auch langfristige Folgen haben..

Auf dem Bild ist eine Frau die von ihrem Arzt getröstet wird, weil sie vielleicht unfruchtbar ist oder an Krebs erkrankt ist
Quelle: Imago images / Odilon Dimier

Die Folgen

Unfruchtbarkeit

Eine von Frauen allseits gefürchtete Diagnose lautet Unfruchtbarkeit. Leider ist das Krankheitsbild der Endometriose häufig genau von diesem Befund geprägt. Denn viele Frauen mit der Erkrankung können nicht schwanger werden. Der genaue Grund dafür ist unbekannt.

Krebserkrankungen

Da Endometriose eine gutartige Erkrankung ist, geht damit allgemein kein erhöhtes Risiko für eine Krebserkrankung einher. Allerdings kann sich in seltenen Fällen auf dem Boden einer Endometriose ein bösartiger Tumor entwickeln.

Wie man die Symptome eindämmen kann, siehst du auf den nächsten Seiten!

Man sieht eine Frau, die Medikamente nimmt um die Endometriose zu unterdrücken
Quelle: Imago images / Frédéric Cirou

Die Behandlung

Der erste Schritt in Richtung Behandlung ist der, dass die Krankheit zunächst diagnostiziert wird. Da viele Frauen an Regelschmerzen leiden, werden die Symptome häufig fehlinterpretiert. Einige Betroffene merken sogar jahrelang nicht, dass sie an Endometriose leiden, da sie fast keinerlei Schmerzen verspüren. Wenn man allerdings massiv unter Unterleibsschmerzen leidet und die Krankheit schließlich erkannt wird, sollte man einige Maßnahmen in Betracht ziehen

Auf der nächsten Seite, siehst du welche Behandlungsmöglichkeit es gibt!

Man sieht einen Arzt der eine operative Endometriose-Behandlung vollzieht
Quelle: Imago images / Westend61

Medikamentöse Endometriose-Behandlung

Eine Behandlungsmöglichkeit ist die Therapie mit Schmerzmitteln. Da sie allerdings nicht die Ursache bekämpfen, setzen viele auf die Einnahme von Hormonpräparaten, die das Wachstum der Endometriose-Herde bremsen. Dies empfiehlt sich insbesondere bei Patienten mit einem Kinderwunsch. 

Operative Endometriose-Behandlung

Wenn die Schmerzen einfach zu schlimm werden und sich bereits ,,Schokoladenzysten" gebildet haben, ist ein operativer Eingriff fast unvermeidbar. Wenn die Endometriose in das Gewebe anderer Organe, wie Blase oder Darm eingewachsen ist, sollte man die Operation in einer Klinik durchführen, die bereits Erfahrungen in dem Gebiet gesammelt hat. Manche Frauen entscheiden sich gar dafür, die komplette Gebärmutter zu entfernen.

Und was mache ich, wenn ich den Verdacht hege an Endometriose zu leiden?

Man erkennt eine Ärztin die die Patientin über Endometriose aufklärt und sie untersuchen will
Quelle: Imago images / Westend61

Da die Krankheit so komplex ist und häufig gar nicht erst erkannt wird, rennen viele Frauen von Arzt zu Arzt, bis sie endlich wissen, was ihnen wirklich fehlt. Wenn du den Verdacht hegst, an Endometriose zu leiden, solltest du den Frauenarzt deines Vertrauens aufsuchen und ihm deine Symptome genau schildern. Eine gynäkologische Untersuchung, sowie ein Ultraschall können Aufklärung verschaffen. Darüber hinaus können Gewebeproben zur Erkenntnis führen. Du solltest in jedem Fall nicht aufgeben und dich sicherheitshalber von verschiedenen Ärzten untersuchen lassen, um wirklich sicher zu sein.